Heute war Nika zur Wundkontrolle bei uns, nachdem wir sie Anfang der Woche notoperiert haben.

Nika ist eine Katze.

Eine weibliche Katze.

Eine weibliche Katze, die nicht kastriert wurde.

Die Kastration von weiblichen Katzen ist tatsächlich eine - in Relation - sehr selten diskutierte Operation in der Tierarztpraxis. Das erklärt sich vor allem dadurch, dass haltungsbedingte Faktoren die mit großem Abstand häufigsten Gründe für die Kastrationsentscheidung der Besitzer sind.

Mit dieser Entscheidung tritt automatisch auch die Erkrankungsprävention ein, sozusagen als ungeplanter, aber gern genutzter Nebeneffekt der Kastration.

Hormonell bedingte Erkrankungen spielen bei der intakten Kätzin eine sehr große Rolle, auch wenn das einem im Praxisalltag nicht immer so deutlich vor Augen geführt wird wie bei Nika.

 

Die Prävention von unerwünschter Vermehrung durch die Kastration liegt auf der Hand.

Es gibt aber auch noch eine Menge andere Gründe, wieso die Kastration einer Kätzin wichtig ist. Ganz vorne mit dabei sind hormonell bedingte Gebärmuttererkrankungen. Eine dieser Erkrankungen ist die Gebärmuttervereiterung, die sogenannte Pyometra.

 

Nika wurde - bei in Relation noch rechts stabilem Allgemeinbefinden – wegen Flüssigkeitsaustritt aus dem After vorgestellt. Zusätzlich hatte sie in letzter Zeit einen dicken Bauch bekommen, obwohl die Futteraufnahme eigentlich unverändert war. Die Flüssigkeit aus dem After stellte sich als Eiter aus der Scheide heraus, was auch das noch recht gute Allgemeinbefinden erklärte. Nika hatte nämlich Glück im Unglück und eine sogenannte offene Pyometra. Das heißt der Eiter konnte vorerst über den offenen Muttermund über die Scheide entweichen. Bei den meisten Patienten ist bei dieser Erkrankung der Muttermund fest verschlossen, wodurch es dann keine Möglichkeit für den Abfluss der teilweise enormen Eitermengen gibt. Der Fakt, dass Nika eine offene und keine geschlossene Pyometra hatte, hat ihr das Leben gerettet.

 

Auf dem Röntgenbild war dann sehr schnell das riesige Ausmaß sichtbar, denn über 70% des Bauchraumes wurden von der eitergefüllten Gebärmutter eingenommen. Die Blutuntersuchung hat dann das schon enorm weit fortgeschrittene Krankheitsbild bestätigt.

 

Nika wurde noch am gleichen Abend operiert und von einer fast 800 Gramm schweren Gebärmutter befreit. Nach der OP wog sie knapp 3 kg, die Gebärmutter wog somit grob 25% ihres eigentlichen Körpergewichtes.

Nika ist auf einem gutem Weg der Besserung. Sie hat uns aber mit dieser OP mal wieder ganz deutlich gezeigt, wie wichtig die Kastration von weiblichen Katzen ist, vor allem im Hinblick auf hormonassoziierte Erkrankungen.

Allen Besitzerin von weiblichen Katzen muss bewusst sein, dass bei Kätzinnen die Entscheidung gegen eine Kastration langfristig häufig zu einer, mit einer hohen Wahrscheinlichkeit am Ende tödlich verlaufenden, Erkrankung führt.

02721 8820

Christa Ellert, Am Hengstenberg 7, 57368 Lennestadt

©2019 Katzenhilfe des Kreises Olpe e.V.

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